Die Schweiz gilt als Land der Präzision, nicht der filmischen Explosionen. Umso überraschender ist die Antwort auf eine Frage, die selbst Filmfans oft ins Grübeln bringt: Welcher Schweizer Film war eigentlich der teuerste aller Zeiten? Die Antwort führt direkt zu einem Projekt, das mutiger war als vieles, was man dem hiesigen Kino zutraut.
Ein Budget, das alles veränderte
Mit einem Produktionsbudget von rund 20 Millionen Franken schrieb „Grounding – Die letzten Tage der Swissair“Schweizer Filmgeschichte. Für internationale Verhältnisse mag diese Summe überschaubar wirken, doch im Kontext der Schweiz war sie ein regelrechter Paukenschlag. Zum Vergleich: Zahlreiche Hollywood-Filme mit begrenztem Erfolg wurden mit weniger Geld realisiert – insbesondere Independent-Produktionen oder Low-Budget-Thriller aus den USA.
Risiko statt Komfortzone
Der Film wagte sich an ein nationales Trauma: den Zusammenbruch der Swissair. Aufwendig rekonstruierte Sets, internationale Drehs, ein grosser Cast und hohe technische Ansprüche trieben die Kosten in die Höhe. Produzenten und Investoren gingen bewusst ein Risiko ein – wissend, dass ein solcher Film polarisieren würde.
Mehr als nur Zahlen
Doch der teuerste Schweizer Film ist mehr als eine Budget-Anekdote. Er steht sinnbildlich für den Moment, in dem das Schweizer Kino seine Komfortzone verliess. Plötzlich ging es nicht mehr nur um leise Kammerspiele, sondern um grosse Geschichten, grosses Drama und grosse Verantwortung.
Hat es sich gelohnt?
Ob sich diese Investition gelohnt hat, darüber wird bis heute diskutiert. Finanziell wie emotional. Sicher ist jedoch: Kein anderer Schweizer Film hat die Messlatte je höher gelegt. Und genau deshalb bleibt er bis heute unerreicht – als teuerster, mutigster und vielleicht auch ambitioniertester Schweizer Film aller Zeiten.
