Antivirale und Antitumoraktivität von Süßholzwurzelextrakten
Hintergrund: Auf der Suche nach antiviralen und antitumoralen Substanzen aus natürlichen Quellen wurden die antiviralen und antitumoralen Wirkungen von Süßholzwurzelextrakt und gereinigten Inhaltsstoffen untersucht.
Materialien und Methoden: Die Lebensfähigkeit der Zellen wurde mit der sogenannten MTT-Methode gemessen. Die antivirale Aktivität wurde durch den Selektivitätsindex (SI) ermittelt, der das Verhältnis der 50% zytotoxischen Konzentration (CC50) zur 50% wirksamen Konzentration gegen HIV- oder Herpes-Simplex-Virus (HSV)-infizierte Zellen (EC50) darstellt. Die tumorspezifische Aktivität wurde berechnet, indem die CC50-Werte bei normalen menschlichen Mundzellen und Mundkrebszellen verglichen wurden. Flavonoide aus Süßholz und Polyphenole wurden zusätzlich anhand einer Struktur-Wirkungs-Beziehung (QSAR) untersucht.
Ergebnisse: Der alkalische Extrakt der Süßholzwurzel zeigte eine stärkere Anti-HIV-Wirkung als der Wasserextrakt, was frühere Berichte bestätigte. Andererseits hatte der Wasserextrakt, insbesondere der flavonoidreiche Anteil, eine stärkere Anti-HSV-Wirkung als der alkalische Extrakt. Der flavonoidreiche Teil war zudem zytotoxischer gegenüber Mundkrebszellen als gegenüber normalen Mundzellen, was auf tumorspezifische Zytotoxizität hindeutet.
Schlüsselwörter: Süßholzwurzel; QSAR; alkalischer Extrakt; Anti-HIV; Anti-HSV; Flavonoide; Fraktionierung; Tumorspezifität.
