Die nächste bemannte Mondmission, Artemis III, wird voraussichtlich im Jahr 2026 stattfinden und dabei die ersten Menschen seit 1972 auf die Mondoberfläche zurückbringen. NASA plant, mit dieser Mission erstmals eine Frau und eine Person of Color auf dem Mond landen zu lassen. Zwei der vierköpfigen Besatzung werden auf der Mondoberfläche landen und vier sogenannte “Moonwalks” durchführen, während die anderen beiden in der Orion-Raumkapsel im Mondorbit verbleiben.
Artemis III wird sich auf den Südpol des Mondes konzentrieren, da dort Wasservorkommen in Form von Eis in schattigen Kratern vermutet werden. Dieses Wasser ist von Bedeutung für zukünftige Missionen, da es für Mensch und Technik nutzbar wäre und sogar in Raketentreibstoff umgewandelt werden könnte. Die Mission ist auch als ein wichtiger Schritt in Richtung zukünftiger Marsmissionen gedacht, da die NASA mit Artemis die Voraussetzungen für langfristige Mondpräsenz und tiefere Weltraumexpeditionen schafft.
Aktuell arbeitet NASA mit SpaceX zusammen, das mit dem Starship-Lander die Crew auf die Mondoberfläche bringen soll. Technische Herausforderungen und Verzögerungen haben den Zeitplan beeinflusst, aber die Artemis-Mission bleibt ein wichtiger Meilenstein für die bemannte Raumfahrt und internationale Zusammenarbeit im All.
Die neue Mondmission Artemis III nutzt zahlreiche moderne Technologien, die in der Apollo-Ära noch undenkbar waren. Hier einige der wichtigsten Innovationen:
- Raumschiffe und Landemodule: Für Artemis setzt NASA auf die neue Orion-Raumkapsel sowie auf das SpaceX Starship-Landemodul. Während die Apollo-Kapseln nur eine begrenzte Reichweite und Ausrüstung hatten, ist die Orion-Kapsel so konzipiert, dass sie tiefer in den Weltraum vordringen und länger im Orbit bleiben kann. Das Starship-System von SpaceX bringt dabei leistungsfähigere Triebwerke und moderne Antriebstechnologie mit, die eine präzisere und flexiblere Landung auf dem Mond ermöglichen.
- Raumanzüge der nächsten Generation: Für Artemis III wurde der Axiom Extravehicular Mobility Unit (AxEMU) entwickelt. Im Vergleich zu den Apollo-Raumanzügen, die begrenzte Bewegungsfreiheit boten, erlaubt dieser Anzug eine flexiblere Bewegung und ist speziell für die Bedingungen am Mond-Südpol angepasst, einschließlich verbesserten Wärmeschutzes und größerer Agilität für längere Erkundungen.
- Navigations- und Kommunikationstechnologien: Die neue Generation von Raumfahrzeugen setzt auf satellitengestützte Navigation und eine verbesserte Kommunikationstechnik, die Echtzeit-Datenübertragung und Video von der Mondoberfläche ermöglicht. Durch die Lunar Reconnaissance Orbiter-Missionen und weitere satellitengestützte Systeme können die Astronauten präzise Daten zur Orientierung und Standortbestimmung nutzen, was die Sicherheit und Effizienz der Mission erhöht.
- Ressourcennutzung vor Ort (ISRU): Eine der zentralen technologischen Neuerungen ist die Möglichkeit, Ressourcen wie Wassereis direkt auf dem Mond zu gewinnen und für Lebenserhaltung oder Treibstoffproduktion zu verwenden. ISRU-Technologie könnte die Notwendigkeit reduzieren, alles aus der Erde mitzunehmen, und so längerfristige Missionen unterstützen.
- Künstliche Intelligenz und Robotik: Neben menschlichen Astronauten werden Robotik und KI eine große Rolle spielen. Autonome Systeme und Roboter sollen vor und während der Missionen zur Erkundung des Mondes eingesetzt werden, um wichtige Informationen über das Terrain und die Umgebungsbedingungen zu sammeln. Solche Systeme könnten im Vergleich zu Apollo die Sicherheit und den Erfolg der bemannten Missionen deutlich verbessern.
Diese Technologien markieren den Beginn einer neuen Ära der Raumfahrt, die nicht nur die Rückkehr zum Mond ermöglicht, sondern auch das Potenzial für dauerhafte Erkundung und zukünftige Marsmissionen erhöht.
